Guter SEO Content – Baue eine Welt um das Keyword

Guter SEO Content – Baue eine Welt um das Keyword

In diesem Beitrag möchte ich beschreiben, wie ich bei der Contenterstellung vorgehe, ob und wie ich Keywords einsetze und auf relevante Inhalte für einen Suchbegriff komme.

Generell muss man natürlich unterscheiden, über was für eine Art von Content wir sprechen, eine Produkt- oder Kategoriebeschreibung, einen Blogbeitrag, einen Newsbeitrag bzw. eine Pressemitteilung oder aber Inhalte für soziale Kanäle. Der SEO Input kann wertvolle Anregungen bieten, was vom User gesucht wird und welche Inhalte er vorfinden möchte.

In diesem Beitrag findest Du die in erster Linie 4 Inhaltsblöcke, dazu gehören:

  1. Eine Vorstellung von Tools, die ich zur Contenterstellung einsetze
  2. Die Suchintention der User sowie eine Clusterung von Themenblöcken
  3. Welche Rückschlüsse sich ziehen lassen
  4. Contenttipps, wie kommt man zu relevanten Ideen für Inhalte

 

Ich beziehe mich im Folgenden auf Content für Webseiten und stelle Vorgehensweise und Tools vor, die mir bei der Erstellung von gutem Content helfen. Damit das Ganze anschaulich ist, beziehe ich mich spontan auf das Themengebiet „Markise“ und „Sonnensegel“ (viele Grüße an Bernd 😉 ).

1. Hilfreiche Tools und Vorgehensweisen

Oft steht man vor der Herausforderung Inhalte für Themen anzufertigen (bzw. ein Briefing zu erstellen), wo man nur wenig Hintergrundwissen hat. Damit man schnell einen Überblick bekommt, können diese Seiten und Tools einen Mehrwert bieten:

Wikipedia

Wikipedia kann einen Schnelleinstieg bieten: Ohne den Text zu lesen, zeigt ein Blick auf die Navigation relevante Inhalte auf, es geht also in erster Linie um die Arten der Aufbewahrung bzw. Verkleinerungsart des Markisentuches bzw. um das Material der Markise.

Wikipedia Screen

Wikistalker

Dank Malte Landwehr, bin ich über das nützliche Tool Wikistalker gestolpert. Meines Wissens ist das Tool nur auf Englisch verfügbar, dennoch kann es Anregungen liefern.

Wikistalker Screen

Ich lese hier auf die Schnelle einige weitere Begriffe ab sowie Themen. Man sollte beispielsweise über die Einsatzorte von Sonnenschutz schreiben (zu Hause, beim Zelten, im Patio, am Strand…). Eine detaillierte Beschreibung über das Tool gibt’s bei Malte im Blog.

SEOlyze

Auch WDF*IDF wende ich an, aber weniger ist es mein Ziel mich zwischen zwei Balken zu bewegen oder diese zu durchbrechen. Mir geht es eher darum Themen zu finden und semantische Bezüge herzustellen, welche ich als Thema im Content abbilden möchte. Ich bin dabei mit der Funktionalität von SEOlyze zufrieden, hier gehts zum Tool.

SEOlyze Screen

Google it

Es macht natürlich auch Sinn auf Inhalte zu werfen, die momentan zu dem Suchbegriff ranken: Wie sind diese strukturiert, welche Inhalte sollte der eigene Text aufweisen, ist auch regionaler Bezug oder Bild- und Videomaterial für die Suchintention relevant?

Konkurrenz

Es kann sicherlich nicht schaden die Konkurrenzangebote unter die Lupe zu nehmen. Das Angebot ist hierbei durchwachsen, einige der gut-rankenden Seiten sind schrecklich, andere hingegen weisen eine übersichtliche Struktur sowie Hilfethemen auf. Namen möchte an dieser Stelle keine nennen und ich hab auch nur mal rasch 5min geguckt ;).

Ubersuggest

Bei der Eingabe auf Ubersuggest der Hauptbegriffe und wichtigster Synonyme werden Google Suggests ausgeliefert. Diese müssen noch auf Suchvolumen geprüft werden, damit die Daten aussagekräftiger werden.

Ubersuggest Screen

Google Keyword Planner

Zunächst einmal schaue ich mir im Keyword Planner die Vorschläge von Google an, zu einer kleinen Gruppe der wichtigsten Keywords. Dabei übernehme ich alle Keywords zu relevanten Themen, die ein für mich relevantes Suchvolumen aufweisen – wo die Grenze beginnt muss individuell anhand der verfügbaren Ressourcen entschieden werden.

Die Daten sollten im Anschluss um jene Keywords ausgedünnt werden, welche nicht bedient werden können. Bei einem Markisen-Händler der nur Markisen für Terrassen anfertigt wären das beispielsweise Worte wie „sonnensegel kinderwagen“ oder „sonnensegel wohnwagen“.

Adwords Screen

2. Bedürfnisse des Users und Gruppierung

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Die einzelnen Begriffe haben unterschiedliche Intentionen der User als Hintergrund. So ist bei der einen Suche ein Preisvergleich gewünscht, beim anderen eine Do it yourself Anleitung etc. oder der User weiß bereits wo er hin möchte und sucht eine bestimmtes Ziel (Webseite, Marke etc.).

Suchintention

Der Content muss sich den Bedürfnissen der User anpassen und auch die Darbietungsform des Contents muss den Wünschen des Users entsprechen (Text, Video, Bild, etc.).

Dabei muss man ein Gefühl entwickeln, welche Content-Häppchen der User wünscht.

  • Wenn er beispielsweise nach „Markise“ sucht, muss man ihm quasi alle Inhalte über das Thema bieten, denn wir kennen seine genau Intention nicht wirklich (geht es einen Kauf, die Installation, die Wahl des richtigen Modells, ein Modell für den Balkon oder  die Terrasse usw…).
  • Wenn er hingegen nach „markise ohne bohren“ sucht, dann wissen wir, er möchte vermutlich Inhalte über die Installation einer Markise ohne bohren finden, vermutlich kombiniert mit entsprechenden Modellen, die ohne Bohren anzubringen sind.

Große Themen bedeuten großen Aufwand und sind beinahe ein Projekt für sich. Beim Beispiel „Markise“ wäre das beispielsweise das Vorhaben den perfekten Content über das Thema „Sonnenschutz“ zu erstellen. Und beim Content sollte man eher kleckern statt glotzen, denn halbe Sachen sind im Bereich Content nahezu fahrlässig.

Cluster

Nun steht eine Aufgabe an, bei der es Fingerspitzen Gefühl bedarf, die Gruppierung einzelner Keywords zu Themen.

  • Zunächst sollten die einzelnen Keywords bis zu einer bestimmten Suchvolumen-Grenze zugeordnet werden.
  • Das bedeutet im Detail, das jeder Suchbegriff zu einem Cluster zugeordnet wird, also beispielsweise „markise anbringen“, weitere Begriffe in dieser Gruppe wären „markise montieren“ oder „markise ohne bohren“.
  • Je nachdem, wie viele Gruppen nun entstanden sind bzw. wie groß die einzelnen Gruppen sind lassen Kategorien bilden. Im Markisenbeispiel wäre eine Kategorie „Einsatzgebiete“, darin liegen die Keywordcluster, wie „Balkon“, „Wohnwagen“ oder „Terasse“.

 

3. Rückschlüsse ableiten und Inhalte definieren

Natürlich müsste man an dieser Stelle noch genauer wissen, um welche Art von Projekt es sich handelt (Affiliate Seite, jemand möchte eine Webseite für seine Markisenwerkstatt aufbauen etc.), um die Seitenarchitektur oder Themenempfehlungen abzuleiten. Aber es lassen sich dennoch ein paar Rückschlüsse ziehen.

Seitenarchitektur

  • Die Kategorien eignen sich oft als Menupunkt, bspw. mit Dropdown zu den einzelnen Einsatzgebieten einer Markise.
  • Die Suchintentionen über Installation, Reinigung, Material und Betrieb (elektrisch, handbetrieben, automatisch…) lassen sich gut in einem „Ratgeber“ abbilden.
  •  Sehr generische Keywords können am ehesten mit der Startseite bedient werden, bspw. „Markise“, da diese den besten Überblick über alle Inhalte der Domain liefern sollte.

Suchmuster ableiten

Nutzer suchen oft anhand bestimmter Muster, beispielsweise wird gern das Wort „günstig“ angehängt oder eben spezifische Wörter in den entsprechenden Bereichen, diese gilt es zu identifizieren.

  • Mit den Suchmustern lassen sich beim Briefing des Texters Schwerpunkte setzen, welche Wörter und Themen beispielsweise in Kategorietexten vorkommen müssen.
  • Muster helfen auch bei einer aussagekräftigen internen Verlinkung (bspw. Anordnung der Wörter: Markise Balkon oder Balkon Markise)

Content Tipps: Inhalte die immer passen

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Neben Content der bereits beim Start für das Projekt notwendig sind, gibt es sicherlich Inhalte, die saisonal sind, bzw. kurzfristig aufkommen (können). Dazu sollte man sich Gedanken machen, wie diese Nachfrage bedient wird. Darüber hinaus sollten die Webseite auch immer wieder frische Inhalte bieten.

Saisonaler Content

Wie sieht es denn mit festen Terminen aus, lässt sich ein thematischer Bezug herstellen? Bspw. bei Jahreszeiten, Feiertage, Feste, TV etc., sicherlich sind nur ein paar ausgewählte relevant. Für diese saisonalen Ereignisse kann man ideal Content erstellen. Ansätze auf die Schnelle wären beispielsweise zum Thema „Sommer“:

  • Sonnensegel für den Strandurlaub (Ratgeberbeitrag, wie man das befestigt, welche Stoffe das sind, wird die Haut unter einem Sonnensegel gebräunt…)
  • Die 10 verrücktesten Sonnensegel (Ein lustiger Beitrag über Hochhäuser/ Große Tiere etc. die Schatten spenden, mit viel Bildmaterial, lässt sich super viral aufziehen)
  • 10 Sonnensegel und was dann passierte schockierte uns alle (Wieder ein ironisch-scherzhafter Beitrag im heftig-wording, mit Bildern von Leuten die ein Sonnensegel nutzen, vom Wind weggetrieben wurden und nun am Mond angelangt sind)

Ich habe für die 3 Vorschläge 5 min gebraucht, klar gibt es bessere, aber mir würde das als Content zu diesem Thema (Sommer) reichen um sinnvollen Inhalt zu bieten, der auch die ein oder andere Conversion bringt und die anderen Beiträge können wir Content Marketing Aktionen genutzt werden.

Ratgeberthemen

Wie oben bereits erwähnt gibt es viele FAQ Themen oder Ratgeberthemen, die man, falls noch nicht zum Start des Projektes geschehen, beantworten kann. Dabei kann man auch nochmal Google Suggest nutzen und häufig gestellt Fragen einsehen. Hilfreich sind auch die Bewertungen bei großen Shopping Portalen. Dazu lohnt es sich in meinem SMX Recap den Vortrag von Karl Kratz über das Thema Content Marketing zu lesen.

  • Wenn in Bewertungen immer wieder ein Sachverhalt zur Sprache kommt, beispielsweise, dass Markisen schnell schimmeln, sollte man darüber schreiben.
  • In Foren kann man übrigens auf Themenfindung gehen, welche Themen die Nutzer bewegen.

News

Wenn es Neues gibt, beispielsweise eine neue Befestigungstechnik, neue Materialien oder ähnliches, dann sollte man das zeitnah aufgreifen und vorstellen. Damit man hier nichts verpasst sollte man die Feeds entsprechender Portale abonnieren und Google Alerts für seine Zwecke nutzen.

Vergleiche

Es lassen sich beinahe in jedem Themengebiet vergleiche ziehen, von Persönlichkeiten, Produkten oder aber zum Vorjahr, Trends etc.

Top 10

Beliebt sind auch Top 10 listen, in Bild- oder Schriftform. Das wird nicht nur gesucht, sondern ist auch ein beliebtes Ziel von Links und Social Signals.

FAQ

Häufige Fragen solle man in einem FAQ beantworten, neben Besuchern kann man damit auch Expertise beweisen und Vertrauen aufbauen.

Glossar

Wenn es viele Fachbegriffe gibt, kann man diese in einem Glossar beantworten, das hilft nicht nur dem User, sondern ist ebenfalls ein gutes Instrument für SEO.

Fazit

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Man könnte zu diesem Thema noch stundenlang weiterschreiben, es ist spannend und lohnt sich auf dem Schirm zu haben, denn wenn man hier zu kurz denkt, rächt es sich dreifach:

  1. Der Beitrag rankt nicht nur nicht, sondern schlechte User Werte sind dem Ranking der gesamten Domain nicht förderlich.
  2. Wenn man einmal pfuscht, muss man zu einem späteren Zeitpunkt nochmal ran, was Kosten und Arbeitszeit kostet.
  3. Man beraubt sich einer guten Möglichkeit, den Content als Marketinginstrument zu nutzen und kann nicht von Links, Likes, Shares, Mentions und Brandsuchanfragen profitieren.

Man muss auch vor allem ein Fingerspitzengefühl entwickeln, was die Clusterung der Suchbegriffe anbelangt, denn man hat nur einen Title 😉 und Keyword Stuffing ist nicht zielführend. Mit der Zeit kann man sich damit aber einen guten Zugang zur Redaktion bzw. seinen Textlieferanten aufbauen, denn die Briefings bieten dankbare Anregungen was den Content anbelangt und stellen eine Stütze dar. Denn auch beim Briefing der Textzulieferer sollte man nicht an Zeit sparen, je genauer, desto besser. Denn man kann die oben genannten Schritte nicht von einer (relativ bezahlbaren) Textagentur verlangen.

Was meint ihr – kennt ihr noch gute Tools zur Contenterstellung, Techniken oder Vorgehensweisen?

    4 Kommentare

  1. Hi Max,

    Super Artikel!

    Ich hab da mal ne Frage: Wie stehst du zum Thema Artikel mit mehr als 2000 Worten und Einsatz aller Medien, die dem Autor zur Verfügung stehen? Weil obwohl durch die deutschsprachige SEO Szene gehypt, kommt mir das Anlegen von vielen kürzeren Pages sinnvoller vor. So kann man Title Tag Value, Meta Description und andere Dinge doch besser ausnutzen, oder?

    LG,
    Peter

    Peter

    2014/05/29

    • Merci Peter! Genau dafür gilt es eben ein Mittelmaß zu finden. Ich versuche immer Themen abzubilden und gehe dabei vom Groben ins Detail. Und wenn das Thema zu groß ist (einen zu großen Wettbewerb oder zu großes Suchvolumen aufweist) wird es in einzelne Themengruppen unterteilt. Es geht hier auch nicht um die Textlänge, man kann auch gute kurze Antworten geben, dennoch kann man um nahezu jedes Thema „eine Welt bauen“ und es facettenreich beantworten… Was ich jedoch nicht tun würde, ist ein Thema auseinanderzureissen, nur um für jedes Keyword einen eigenen title zu haben ;).

      Guy Max

      2014/06/01

  2. Hey Max, vielen Dank für diese super Tips! Richtig guten Content zu erstellen, ist wirklich eine komplexe Angelegenheit. Ich hoffe, dass ich das als Bloggeranfängerin richtig umsetzen kann. ich probiere es einfach mal aus!

    Liebe Grüße,

    Janine

    Janine

    2014/06/02

  3. Ich kann an dieser Stelle immer wieder nur auf WDF*IDF verweisen, auch wenn nicht jeder Texter oder SEO darauf steht. Fakt ist, ein gutes WDF*IDF Tool liefert Dir wertvolle Informationen zu Begriffen die Deine Mitbewerber geschrieben haben und die bei Google & Co. damit gut ranken., sprich, schaden kann es sicherlich nicht wenn man diese berücksichtigt. Abgesehen davon sind hier immer automatisch auch Ideenvorschläge und mehr inkl.
    Wer möchte, kann sich gerne unter http://www.wdfidf-tool.com unser kostenloses WDF*IDF Tool für Texter ansehen, welches man ohne Registrierung oder Anmeldung nutzen kann.

    Florian

    2014/08/23

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