Also „local SEO“ bezeichnet man Maßnahmen, die die Sichtbarkeit in Suchmaschinen zu lokalen Suchanfragen verbessern. Dazu zählt insbesondere die Platzierung des Google My Business Eintrages. Für lokale Unternehmen wie Ärzte, Restaurants, Dienstleister, Handwerker und Co. ist diese Disziplin entscheidend zur Kunden- und Umsatzgenerierung.

Im Folgenden stelle ich vor, was Local SEO ist, wie ich bei der Local SEO-Beratung vorgehe und welche Schwerpunkte ich setze.


Was bedeutet lokal auffindbar?

Zahnarzt München
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Das Google Suchergebnis für ein klassisches lokales Keyword, wie „Zahnarzt München“ ist meist in drei Bereiche unterteilt. Hier gibt es nun also drei mögliche Platzierungen für ein lokales Unternehmen.

  1. Google Ads (bis zu 4 Anzeigen): Eine Platzierung kann durch entsprechende finanzielle Aufwendungen erreicht werden.
  2. Google organic: Ranking kann mithilfe der Optimierung der eigenen Webseite erreicht werden.
  3. Google Maps (oft als Onebox, vor oder inmitten der organischen Ergebnisse): Ranking kann durch einen guten My-Business Eintrag (und Optimierung der Wesbeite) erreicht werden.

Im Folgenden gehe ich auf die Optimierung von Nr. 2 und 3 ein.

Achtung: Lokale Suchanfragen mit geringem Suchvolumen sind wichtig und können Umsatz bringen. Es lohnt sich diese zu optimieren. Aber gerade, wenn der User den Ort besuchen möchte, ist ein organisches Ranking weniger interessant als ein Maps-Ranking. Denn die Klickraten verteilen sind demensprechend stark auf Google-Maps und nicht auf die organische Suche. Daher sollten die Aufwände hierbei ausgewogen verteilt werden.

Lokale Rankings in organischer Suche

Die klassische Google Suche, mit den ehemals 10 blauen Links, wird auch als organische Google Suche bezeichnet. Hier kann ein Ranking über die Optimierung der eigenen Webseite erreicht werden.

Dies betrifft beispielsweise ein Ranking für diese lokalen Keywords:

Aber die Rankings unterscheiden sich bei vielen Suchanfragen je nach Standort. Das heißt, für eine Abfrage in Hamburg und in München nach „SEO“ oder „Suchmaschinenoptimierung“ fördert komplett andere Ergebnisse zutage und das macht auch Sinn. Es kann also auch relevant sein, im Großraum seines Wirkungsbereiches für generische Begriffe zu ranken, wie „Suchmaschinenoptimierung“ oder „SEO“. Spätestens wenn Google eine Maps Integration vornimmt, wird die Suche als lokal relevant eingestuft und die organischen Rankings unterscheiden sich.

Welche Ranking Faktoren sind hier entscheidend? Letztendlich geht es bei den lokalen Rankings um die klassischen Rankingfaktoren. Allerdings sind sie stark mit den lokalen Rankingfaktoren verwoben, daher nenne ich sie auch in einem Atemzug, am Ende dieses Beitrages.


Google My-Business Eintrag

In diesem Kapitel geht es um die Verbesserung der Rankings in Google Maps. Also wenn in Google Maps gesucht wird, oder – was sehr häufig passiert – eine Kartenintegration in der Google Suche erfolgt. Wie auch bei der Suche nach „SEO Beratung München“ – hier ist die Karte direkt nach den Adwords Werbeanzeigen integriert:

Maps SEO München

Anlegen des My-Business Eintrages

Das Vorhandensein des Google My-Business Eintrages ist unerlässlich für eine erfolgreiche Platzierung in Google Maps, denn nur solche Einträge werden hier gelistet.

  • Zunächst einmal muss ein Eintrag angelegt und bestätigt werden, über eine Postkartenverifizierung an die hinterlegte Adresse.
  • Ich habe schon von Unternehmen gehört, die sich eigens zentrumsnahe „Briefkästen“ eingerichtet haben, damit ein Eintrag im Zentrum angelegt werden kann.
  • Davon würde ich aus diversen Gründen abraten, auch wenn der Standort des Unternehmens eine große Rolle spielt.

Ausfüllen des My-Business Eintrages

Im Anschluss erfolgt die Eingabe der Daten für den Google My-Business Account, besonders wichtig ist hierbei:

  • Alles korrekt ausfüllen, umso mehr Details desto besser
  • Öffnungszeiten, Labels und Co. hinterlegen
  • Leistungen, Labels und Co ausfüllen

Besonders wichtig sind diese Punkte:

  • Name: Der Name des Eintrages sollte sorgfältig gewählt werden. Idealerweise ist er ein Mix aus Marke und Keyword. Zum Beispiel „GuyMax: SEO Beratung München“
  • Die Kategorien sollten durchforstet und die treffendste Hauptkategorie ausgewählt werden. Wenn es Sinn macht, können noch Unterkategorien ausgewählt werden
  • Gutes Profilfoto auswählen: Die Klickraten sind in der Google Suche ein wichtiger Faktor. Das wird auch in Google Maps nicht anders sein – daher sollte ein Bild gewählt werden, das passt: Die Leistung erkennbar ist, klickanziehend wirkt, ggf. die Marke beinhaltet.
  • Der Beschreibungstext sollte sehr gewissenhaft ausgefüllt werden, inklusive Dienstleistungen und Keywords. Später kann und sollte dieser noch verbessert werden, sobald Google ein paar Details preisgibt wie der Eintrag bisher gefunden wurde. Diese und weitere Begriffe können dann noch aufgenommen werden. Hier ein Auszug meiner Statistik für GuyMax.de:
SEO München
Quelle: Statistik MyBusiness

Achtung: Bei der Vergabe des Einzugsgebietes wäre ich vorsichtig. Ich habe bereits bei Kunden beobachtet, dass dies eine schlechtere Performance zur Folge hatte. Muss aber nicht immer so sein, sollte aber beobachtet werden.


Optimierung des My-Business Eintrages

Die Statistiken im My Business Eintrag geben nicht so viel her. Dennoch lohnt es sich die Entwicklung der Klicks, Aufrufe der Fotos, Wegbeschreibung etc. im Blick zu behalten. Eine positive Entwicklung und Halten von guten Klickzahlen sind hierbei das Ziel.

Die Daten aktuell halten

  • Wenn neue Dienstleistungen aufgenommen werden, sollten sie auch in Maps ergänzt werden.
  • Auch der Beschreibungstext sollte hin und wieder geprüft werden, ob er noch aktuell ist.
  • Öffnungszeiten an Feiertagen sollten ergänzt werden, hierzu bekommt man aber auch Mails von Google…

Google My-Business Bewertungen

Bewertungen sind ein unumstrittener Ranking Faktor. Natürlich sind Geschäftsinhaber darin bestrebt, gute Bewertungen zu sammeln. Im Folgenden biete ich ein paar Tipps zum Sammeln von Bewertungen bzw. im Umgang mit schlechten:

Bewertungen sammeln

  • Es sollte ein Prozess überlegt werden, wie man Kunden dazu bewegt, eine Bewertung zu hinterlassen. Das kann eine Mail im Nachgang sein, ein Flyer, die bitte im persönlichen Gespräch oder ähnliches.
  • Zur Abgabe einer Bewertung ist ein Gmail-Account erforderlich. Es empfiehlt sich daher keinen Medienbruch zu haben und die Bitte zur Bewertungsabgabe zumindest auch elektronisch zu versenden.
  • Man kann es dem User zudem leichter machen eine Bewertung abzugeben, indem ein Direktlink geboten wird – mehr dazu in der Google Hilfe.

Wie bekommt man gute Bewertungen?

Unzufriedene Kunden berichten 8 bis 20 Personen im Freundes- und Bekanntenkreis von ihren schlechten Erfahrungen. Daher ist es umso wichtiger die glücklichen Kunden dazu zu bringen, ebenfalls von ihren Erfahrungen zu berichten.

  • Das Wichtigste vorweg: Ein gutes Produkt/ Dienstleistung ist die Mindestvoraussetzung. Sonst lassen sich mit allen Tricks keine ausgewogenen Bewertungen erzielen.
  • Hier gibt es ein paar Kniffe, die man vor allem bei Apps sieht: Es wird nicht direkt nach einer Bewertung gefragt, sondern nur „Waren Sie zufrieden?“. Bei der Auswahl „nein“ öffnet sich ein Kontaktformular, nur bei der Auswahl „ja“ wird man zur Bewertungsabgabe aufgefordert.
  • Ebenfalls beliebt in der Reisebranche: Kunden die ein Upgrade für einen Mietwagen, Zimmer, Flug oder ähnliches bekommen haben sind tendenziell glücklicher. Warum also diese nicht nach einer Rezension fragen.
  • Analog dazu könnte man im Restaurant vorgehen: Man gibt dem Kunden etwas umsonst (was sie tendenziell glücklicher macht) und fragt nur diese Kunden nach einer Bewertung.

Umgang mit Bewertungen

Auf Bewertungen sollte man Antworten.

  • Das kann ein einfaches „Dankeschön, Besuchen Sie uns gerne wieder“ oder bei einer schlechten Bewertung eine Stellungnahme, mit dem Versuch der Wiedergutmachung sein.
  • Achten Sie darauf keine persönlichen Informationen über sich oder den Gast/ Kunden preiszugeben. Diese Kommentare sind öffentlich einsehbar.
  • Auf sehr unhöfliche und beleidigende Bewertungen kann man auch entsprechend reagieren. Aber nicht mit einem Kleinkrieg, sondern stets höflich und sachlich.
  • Berechtigte, schlechte Bewertungen sollten man nutzen, um Schwachpunkte im Produkt bzw. der Dienstleistung zu finden und zu verbessern.
  • Weiterhin sollten schlechte Bewertungen beantwortet, der Sachverhalt geprüft und an einer Lösung gearbeitet werden. So lassen sich schlechte Bewertungen ggf. sogar noch korrigieren (Bewertungen lassen sich im Nachhinein anpassen).

Bewertungen melden

Sollte eine Bewertung gegen Google Richtlinien oder rechtliche Standards verstoßen, dürfen und sollten Sie diese melden. Es gibt leider auch Wettbewerber, die für ihre Marktbegleiter schlechte Bewertungen einkaufen. Manche Bewertungen können und sollten vom Anwalt verfolgt werden, wenn es sich beispielsweise um solche Sachverhalte handelt:

  • Beleidigungen, Verleumdungen oder üble Nachreden
  • Flsche Tatsachenbehauptungen und Schmähkritik

Zuerst sollte man aber versuchen die Bewertung bei Google zu melden und sie so loszuwerden, das ist deutlich günstiger als ein Anwalt. Dazu gibt es diese Hilfe Seite – man kann sich aber auch im eingeloggten Zustand zur Bewertung begeben und dort auf die Flagge klicken:

Bewertung melden

Bewertungen einkaufen?

Selbst wenn es einen kurzfristigen Boost bewirken sollte, rate ich davon ab. Zum einen kann man auch mit echten Kunden gute Bewertungen erreichen und zum anderen sind gefakte Bewertungen für ein Unternehmen, das von Daten noch so strotzt, wirklich leicht zu erkennen, außer es ist gut gemacht. Und für 3,50€ ist das nicht der Fall:

  • Erst wird das Google Konto in Chicago für ein Restaurant eingesetzt, Sprache Englisch
  • Dann mit einem anderen Endgerät in Hongkong für einen Hunde-Accessoire Laden, Sprache Chinesisch
  • Und dann mit einem Desktop-Rechner für einen Allergiker Shop gegen Hundeallergie in Hamburg, Sprache Deutsch
  • Und das Ganze am selben Tag

Das ist natürlich ein Worst Case Szenario, aber dennoch halte ich das Kaufen von Bewertungen für mutig und nicht nachhaltig und empfehle es nicht. Denn zu viele Bewertungen von solchen Profilen werden der Perfomance nicht gut tun.


Lokale Rankingfaktoren

Das Ranking des My-Business Eintrages in Google Maps bzw. einer Maps-Integration ist eng mit dem organischen Ranking verwoben, man sollte es als eine Optimierung sehen.

Google sagt dazu, dass es drei Ebenen gibt:

  1. Relevanz: Wie sehr passt das Unternehmen zur Suche des Users
  2. Distanz: Wie weit sind User und Unternehmensstandort entfernt
  3. Popularität: Wie wichtig, beliebt sind die Produkte in der offline Welt (wird über Links, Einträge, Zitationen erhoben)

Die 14 wichtigsten lokalen Rankingfaktoren:

Ich meine das kann man noch etwas genauer aufbohren und halte die folgenden Faktoren für entscheidend.

  1. Standort: Die Nähe des Unternehmens zum Stadtzentrum (bzw. dem Suchenden) ist einer der stärksten Rankingfaktoren. Unternehmen, die sehr zentrumsnah sind, werden bevorzugt.
  2. Saubere Verknüpfung zwischen Google My-Business Eintrag und Webseite. Der Name des My-Business Eintrages, Adresse und Telefonnummer sollten exakt übereinstimmen. Straße sollte also auch nicht mit Str. abgekürzt werden. So kann Google „sicher“ ein sauberes Matching durchführen.
  3. Gut ausgefüllter Maps Eintrag, mit hochwertigen Fotos
  4. Gute, stetig wachsende Anzahl an Bewertungen
  5. Nutzung von relevanten Keywords an Schlüsselpositionen (Meta Angaben, Headlines, Text, Verlinkungen) der Webseite und im My-Business Eintrag (Name, Beschreibung)
  6. Auswahl der richtigen Kategorie und passenden Nebenkategorien
  7. Externe Verlinkungen von hochwertigen, lokalen Webseiten
  8. Zitationen und externe Verlinkungen von (guten) Verzeichnisse in der Nische und Hub-Seiten in dem Kontext (bspw. offizielle Städteseite)
  9. Auch die Nutzung von Keywords in Bewertungen, Antworten auf Bewertungen und von wem die Bewertung kommt (bspw. von Google Local Guides), spielen eine Rolle
  10. Gute mobile Nutzbarkeit der Webseite (da nahezu 100% mobil unterwegs sind)
  11. Sinnvolle Webseitenstruktur und Vorhandensein von Unterseiten zum entsprechenden Thema
  12. Hochwertiger Webseitencontent, mit tiefgehenden Informationen, Rich Media etc.
  13. Technische Qualität der Webseite, bezogen auf Schema.org Auszeichnung, Performance, Crawlbarkeit etc.
  14. Gute User-Werte (Bounce Rate, Verweildauer, CTR)

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